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offener Brief: Amtsblatt

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Sehr geehrter Herr Bürgermeister Höfer,

in Sachen “Blättchen-Zensur” möchten sich nun auch drei “Lyra”-Sänger privat zu Wort melden.
Denn auch eine unserer Wortmeldungen im “Blättchen” fiel der Reglementierung zum Opfer. Warum? Wir wissen es nicht.
Wir haben unserer Angst Ausdruck verliehen, dass die “hohe Politik” wieder alles dicht machen könnte und die Hoffnung ausgedrückt, es mögen andere Wege und Lösungen gefunden werden.

Wir haben damit Befürchtungen ausgedrückt, wie sie dieser Tage in vielen, möglicherweise den allermeisten, Vereinen formuliert werden. Was ist schlimm daran? Ist es nicht im Interesse und zum Vorteil der Politik zu wissen, was die Bevölkerung im Innersten bewegt?

Wenn die Stadt jetzt vorschreibt, es dürften nur noch “neutrale” oder “sachliche” Meldungen zu ihren eigenen Angelegenheiten veröffentlicht werden, die nicht “zur Meinungsbildung” beitragen, dann ist das zum einen weder eine klare Definition noch eine Regelung, die für uns irgendeine Art der Rechtssicherheit schafft. Sondern viel Raum für künftige Zensurmaßnahmen. Siehe die Beiträge von Pfarrer Ronny Baier. Der sachliche Bericht über die Behandlung von Indianern durch katholische Boardingschools in Kanada ist in der Tat Meinungsbildung, aber eine ureigene katholische Angelegenheit. Mit welchem Recht wird es dann von der Stadt zensiert?

Finden Sie nicht auch, dass gerade in solchen Zeiten die Vereine und Kirchen besondere Unterstützung brauchen? Dass in Krisenzeiten weniger Vorschriften und mehr Freiheiten möglich sein müssen?
Und dass auch eine Stadt, deren Bürger (und Steuerzahler) sich in diesen Vereinen und Kirchen engagieren, ihren Beitrag genau dazu leisten sollte? Die Affäre hat ja nun auch Wellen bis in die Nachbarkommunen geschlagen, weil es dort dieselben Vorschriften gibt, aber niemand daran denkt, z.B. den o.g. Artikel von Pfarrer Ronny Baier zu zensieren.  Für uns ist die gegenwärtige Diskussion nicht nur überflüssig und fragwürdig, sondern ehrlich gesagt auch tief beschämend.

Mit freundlichen Grüßen
Alexander Biesinger, Rainer Huber, Ingo Kuntermann

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