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Sailing – Teil 2

crop woman near burning candles during ritual

Gavin Sutherland sieht in dem Text aber nicht einen oberflächlichen Popsong, in dem ein Mann seiner Freundin verspricht, sich über stürmische Seen zu bewegen, um zu ihr zu kommen. Sondern er sieht darin eine höchst existentielle, spirituelle Reise durch das Leben hin zur eigenen Zufriedenheit und der Einheit mit dem Allerhöchsten. Das wird sehr klar, wenn wir uns mal den kompletten Text von Gavin Sutherland anschauen:

Can you hear me? Can you hear me?
Through the dark night, far away,
I am dying, forever trying,
To be with you, who can say.

Can you hear me? Can you hear me?
Through the dark night, far away,
I am dying, forever trying,
To be with you, who can say?

We are sailing, we are sailing,
Home again, ‘Cross the sea,
We are sailing, Stormy waters,
To be near you, To be free.
Oh, Lord, to be near you, to be free,
Oh, my Lord, to be near you, to be free,
Oh, my Lord, to be near you, to be free,
Oh, Lord.

Der Text eine Vielzahl zutiefst menschlicher und religiöser Emotionen, von Sehnsucht und Freiheit zu Verbundenheit und Liebe, Verzweiflung und Einsamkeit bis hin zur Anrufung Gottes. Insbesondere die letzte Strophe ist eine Anspielung auf „Nearer my God to thee, nearer to thee“, das von der englischen Dichterin Sarah Flower Adams stammt und in Deutsch als „Näher mein Gott zu Dir, näher zu Dir“ übersetzt und gesungen wird.

Gavin Sutherland ist 1972 mit Sailing ein Welthit gelungen, aus seiner Sicht ein „One-Hit-Wunder“. Während Rod Stewart über Jahrzehnte Hits aneinanderreihte, gelang ihm nur der eine. Aber was für einer! Unzählige Coverversionen existieren, so etwa von Smokie, Brotherhood of Man, Joe Dassin, Joan Baez, Declan, Robin Trower, Gary Wright, The London Symphony Orchestra, Peter Hofmann, Helmut Lotti, Freddy Quinn, Ireen Sheer, Roger Whittaker, Costa Cordalis, Michael Hirte, Frank Zander und sogar von Mickie Krause.

Die Fans des englischen Fußballvereins FC Millwall dichteten zu der Melodie des Lieds ihren Fangesang „No One Likes Us, We Don’t Care“. In der Version von Frank Zander wurde das Lied mit einem deutschen Text (Nur nach Hause geh’n wir nicht), geschrieben von Hanno Bruhn 1993, zur Hymne des Fußballvereins Hertha BSC.

Die Lyraner Binnenschiffer singen eine verkürzte Melodie mit einem deutschen Zwischentext. Das Lied ist so oder so ein Klassiker „mit Gänsehautfaktor“. Gerade das hingehauchte Ende ist das absolute Highlight. Es wäre zu überlegen, die Sutherlandsche Langversion einzuüben, um die komplette Vielfalt der Aussagen rüberzubringen, auch die religiöse.

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