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Rede zur Beerdigung von Franz Weber

a bouquet of white flowers

Als Peter und Franz noch erster und zweiter Vorsitzender waren, war ich nicht Mitglied des Vorstandes. Ich kann also nicht aus erster Hand berichten, wie die beiden miteinander umgingen. Aber ich erinnere mich noch sehr genau daran, wie sie sich nach der Singstunde im katholischen Pfarrsaal im gleichen Raum, aber eben deutlich abseits von uns berieten. Auch wenn ich nicht mithören konnte und wollte, was im Detail besprochen wurde, so sagten doch Körperhaltung und Körperspannung sehr viel darüber aus, was gerade vorging. Auch wenn es im Detail vielleicht abweichende Meinungen gegeben haben sollte, so drückten die jeweiligen Körperhaltungen aus, dass sich hier zwei gefunden hatten, die sich verstanden, Respekt voreinander hatten und die sich aufeinander verlassen konnten. Und das war gut so, denn lange Jahre der Vorstandsarbeit forderten ihren Tribut und wenn dein Verein deine zweite Heimat war, so wie sich seine Tochter Simone über ihren Vater Franz äußerte, dann darf es ruhig auch Spaß und Freude gemacht und Respekt, Ehre und Anerkennung gebracht haben.

Lieber Franz, „Wir denken an Dich“, dieser einfache Satz steht hier auf der Schleife Dir zu Ehren, ist aber auch ganz ehrlich gemeint, auch als aktives Handeln zu verstehen: Wir wollen Dich nicht vergessen und so lange jemand noch weiß, dass es Franz Weber gegeben hat und welche Geschichten sich damit verbinden, so lange bist Du zwar gestorben aber dennoch nicht tot. Und schon gar nicht vergessen. 

Denn Deine Taten begleiten die Lyra weiter. Der Autor Frank McCourt hat in seinem Buch „Die Asche meiner Mutter“ Beerdigungen im irischen Limerick beschrieben. In der Kirche stehen die Männer am Ausgang und warten ungeduldig auf den Schlusssegen, um dann ins Pub zu verschwinden. Mit dabei war der Sarg, auf dem dann auch schon mal mehr als ein Whiskey-Glas abgestellt wurde. Mit steigendem Pegel werden die Geschichten über den Verstorbenen immer lustiger. Ich kann schon mal versprechen, dass wir hier an diesem Ort und heute nichts dergleichen vorhaben.

Allerdings steht fest, dass wir mit einem oder mehreren Gläsern Wein nach der Singstunde auf unseren Franz anstoßen werden und viel zu erzählen haben. Es gibt nämlich viel zu sagen, hier die Kurzfassung. Franz war 64 Jahre lang ein aktiver Sänger, von 1958 bis 2022. Das sind zwei Generationen lang. Eine unglaublich lange Zeit. Es gibt heutzutage nicht mehr viele Sänger, die eine so lange Zeit bei einem Chor singen. Er war aktives Mitglied der Lyra und des Lyra-Quartetts, eine klare Stütze im zweiten Tenor, an der sich auch Mitsänger orientieren konnten. Teil 2 folgt.

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