Dieses Lied wird sehr gerne durch Chöre der Chorgemeinschaft Frank Ewald gesungen, also auch durch die Lyra. Es eignet sich am besten für den Wechselgesang aller vier Männerstimmen und ist durch die Tempowechsel von presto zu andante, Betonung und den Wechsel von laut zu leise ein eindrucksvolles Lied.
„Vive La Compagnie“ existiert in vielen Variationen aus aller Welt. Pfadfinder übernahmen es als eines ihrer Lieder unter dem Namen „Vive l’Amour“. Es ist im englischen Traditional Ballads Index von 1818 verzeichnet. Irische Sänger nutzten die Melodie im 19. Jahrhundert für politische Zwecke („Ireland Blocks The Way“), und konföderierte Soldaten verwendeten sie während des Amerikanischen Bürgerkriegs als „Chivalrous C.S.A.“ (1861). Die Lester S. Levy Collection of Sheet Music enthält die erste amerikanische Veröffentlichung aus dem Jahr 1844.
Um was geht es in dem Lied? Nun, lesen wir mal rein: „Let every good fellow, now join in our song. Vive la compagnie! Success to each other, and pass it along.Vive la compagnie!“ Übersetzung: „Jeder gute Kerl stimme nun in unser Lied ein. Es lebe die Kompanie! Einem einander Erfolg und teilt es weiter. Es lebe die Kompanie!“ Wobei Compagnie tatsächlich militärisch gemeint sein kann, aber auch Unternehmen, Zusammenkunft, Zusammensein oder Kameradschaft oder Gemeinschaft bedeuten kann. Weiter geht’s: „Let ev’ry married man drink to his wife. Vive la compagnie! The friend of his bosom and comfort of life. Vive la compagnie!“ – übersetzt: „Jeder verheiratete Mann trinke auf seine Frau! Es lebe die Gefährtin! Die Freundin seines Herzens und Trost im Leben. Es lebe die Gefährtin!“ In einer anderen, weniger wohlwollenden Version wird die Gefährtin zur Freundin des Herzens und Plage des Lebens erhoben. Es gibt noch viel mehr Strophen, als wir hier singen. „Now, wider and wider, our circle expands. Vive la compagnie! We’ll sing to our comrades, in faraway lands. Vive la compagnie!“ – „Nun weitet sich unser Kreis immer weiter aus. Es lebe die Kameradschaft! Wir singen für unsere Kameraden in fernen Ländern. Es lebe die Kameradschaft!“ – oder diese hier: „With friends all around us, we’ll sing out our song. Vive la compagnie! We’ll banish our troubles, it won’t take us long. Vive la compagnie!“ -zu deutsch: „Mit Freunden um uns herum singen wir unser Lied. Es lebe die Gesellschaft! Wir vertreiben unsere Sorgen, es wird nicht lange dauern. Es lebe die Gesellschaft!“ Allen Strophen ist eine gewisse Ironie und Spottlust gemein, aber auch eine Lust am Leben und eine Freude an der Kameradschaft, also sehr geeignet für einen Männerchor.
Da es so viele Variationen in den Texten gibt, hier noch ein paar Übersetzungen, damit mal klar wird, wie sehr dieses Lied die Lebenslust, Freundschaft und Kameradschaft hervorhebt:
A friend on your left, and a friend on your right. Vive la compagnie! In love and good fellowship, let us unite. Vive la compagnie! Ein Freund zu deiner Linken, ein Freund zu deiner Rechten. Es lebe die Kameradschaft! In Liebe und Kameradschaft lasst uns vereint sein. Es lebe die Kameradschaft!
With friends all around us, we’ll sing out our song. Vive la compagnie! We’ll banish our troubles, it won’t take us long. Vive la compagnie! Mit Freunden um uns herum singen wir unser Lied. Es lebe die Gesellschaft! Wir vertreiben unsere Sorgen, es wird nicht lange dauern. Es lebe die Gesellschaft!
Should time or occasion compel us to part. Vive la compagnie! These days shall forever, enliven our heart. Vive la compagnie! Sollte uns Zeit oder Anlass zum Abschied zwingen: Es lebe die Gemeinschaft! Diese Tage werden unser Herz für immer erfüllen. Es lebe die Gemeinschaft!
In der Biedermeier-Baltimore-Version von 1844 wird es dann so schlüpfrig, wie es zu jener Zeit eben möglich war: Let Bacchus to Venus libations pour forth. Vive la compagnie! And let us make use of our time while it lasts. Vive la compagnie! Lasst Bacchus und Venus Trankopfer darbringen! Es lebe die Gesellschaft! Und lasst uns die Zeit nutzen, solange sie währt! Es lebe die Gesellschaft! Wie kommt bloß die Venus in den Männerchor, mag man sich da augenzwinkend fragen? Und weiter geht es: Let ev’ry old bachelor fill up his glass. Vive la compagnie! And drink to the health of his favorite lass. Vive la compagnie! Jeder Junggeselle soll sein Glas füllen. Es lebe die Gesellschaft! Und trinkt auf das Wohl seiner Liebsten. Es lebe die Gesellschaft! Nach Venus kommt dann also die Liebste?
Since all with good humor, I’ve toasted so free. Vive la compagnie! I hope it will please you to drink now with me. Vive la compagnie! In bester Laune habe ich so freigiebig angestoßen. Es lebe die Gesellschaft!Ich hoffe, es freut dich, jetzt mit mir anzustoßen. Es lebe die Gesellschaft! Bei so viel Anstoßen lagen 1844 wahrscheinlich alle recht schnell unter dem Tisch.
Französische Fischer, die vor Neufundland an den Grand Banks fischten, lernten das Lied wie auch ihre frz. Sprechenden Kameraden aus Quebec/Kanada wohl von ihren amerikanischen Fischerskollegen und übersetzten es in ihre Sprache und brachten es nach Frankreich und Kanada mit:
Allons mes bouonnes gens vite un verre à la main! Vive la Compagnie! Empliez-lé jusqu’au bord et pis vied’gis lé bein. Vive la Compagnie! Auf geht’s, meine Lieben, schnell, greift zum Glas! Es lebe die Kompanie! Füllt es bis zum Rand und genießt es! Es lebe die Kompanie! Und da bei Männern auf See die Phantasie heiß läuft, wird das Lied auch hier gleich deutlich, wie man zu jeder Zeit öffentlich deutlich sein konnte:
À toutes les jeunes filles tch’attendent un amouotheux. Vive la Compagnie! L’vez vos verres bein haut, ch’est un pliaîsi j’sis seux, Vive la Compagnie! Ein Liebhaber erwartet alle jungen Damen. Es lebe die Gesellschaft! Erhebt eure Gläser, es ist mir ein Vergnügen, allein zu sein. Es lebe die Gesellschaft! Qué touos l’s hoummes mathiés bevent un verre en même temps, Vive la Compagnie! Les siens qui les picagnent et qui l’s aiment tout l’temps, Vive la Compagnie! Lasst alle Männer gleichzeitig ein Glas trinken! Es lebe die Kompanie! Und ihre Lieben, die sie stets aufmuntern und ihnen Liebe schenken! Es lebe die Kompanie! Wer auch immer das Lied in einer unpolitischen Weise weiter gedichtet hat, hat bei allen Versionen imme den Grundtenor beibehalten.

